Kulturelle Ingetrationsideen auf dem Roten Sofa

Eine knappe Stunde lang tauschten gestern abend Politiker und Unternehmer anlässlich
der Fehmarnbelt Days Visionen und Ideen zu möglichen und wünschenswerten
Kulturkooperationen und –netzwerken in der entstehenden Fehmarnbeltregion aus.
Moderator auf dem Roten Sofa im Lübecker Schuppen 9 war Björn Engholm, ehemaliger
Ministerpräsident von Schleswig-Holstein.
Der Feingeist befragte unter anderem die amtierende schleswig-holsteinische Kultur-, Justiz-
und Europaministerin Anke Spoorendonk (SSW) nach eigenen Erfahrungen und Wünschen
zu einer engeren grenzüberschreitenden Integration. „Die Sprache des Nachbarn zu kennen
schafft regionale Identität“, sagte Spoorendonk. Darum sei es wünschenswert, wenn mehr
Kinder in norddeutschen Schulen die Möglichkeit hätten, Dänisch zu lernen. Umgekehrt
müssen auch wieder mehr dänische SchülerInnen Deutsch lernen.
„Eine Kette von Kulturfestivals in der gesamten Fehmarnbeltregion“, wünschte sich
Michael Zenner, deutscher Botschafter in Kopenhagen. Diese könne entscheidend zu einer
spürbaren Integration beitragen. Ähnlich der Vorschlag von Magnus Ehrenberg, schwedischer
Unternehmer in Lübeck: „Warum gründen wir nicht ein Fehmarbeltorchester – mit Streichern,
Bläsern, Percussionisten aus Dänemark, Deutschland und Schweden? Das wäre ein
sichtbares, praktisches Beispiel für Zusammenarbeit.“
Auch Per Poulsen-Hansen, dänischer Botschafter in Berlin, betonte die kulturellen
Chancen der festen Fehmarnbeltquerung: „Wir werden mehr bi- und internationale
Kulturprojekte erleben. Denn die Fehmarnbeltregion ist eine historisch alte Region, die es
wiederzuentdecken und wiederzubeleben gilt.“